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Fische, der große Waschtag und die nackte Wahrheit

Heute Morgen wurde ich um 5 Uhr geweckt von meinem Onkel der wohl dringend das Bedürfnis hatte sich mitzuteilen. Alicia, Oma und er unterhielten sich prächtig direkt neben unserer Tür. Irgendwann konnte ich trotz Lautstärke weiterschlafen und wurde dann um 6 von einem Kevin geweckt der wohl dringend das Bedürfnis hatte um 6 Uhr MORGENS Basketball zu spielen und gegen unsere Wand zu hauen. Manchmal habe ich das Gefühl das man hier nicht so sehr auf die anderen achtet, man macht einfach das worauf man Lust hat. Teilweise ist diese Einstellung sehr cool. Hier schaut dich niemand schräg an wenn du topgestylt aus dem Haus gehst und um 5 Uhr Abend schon vor dem Fernseher sitzt. Alle essen das was im Kühlschrank gibt oder rumliegt egal ob es jemandem gehört oder nicht. Dieses Verhalten steigert das Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinsamkeit.

Für mich persönlich ist das aber teilweise echt schwer. Wenn ich morgens wach werde versuche ich kein Licht anzumachen sodass die Jungs nicht wach werden. Das heißt es bleibt stockdunkel im Zimmer. Wenn ich mir etwas Obst kaufe, heißt das nicht das sich jeder dran bedienen kann und wenn ich mir extra aus Deutschland 4 Tafeln Schokolade, selbstverständlich Milka, mitgebracht habe sodass ich jede Woche eine kleine Süßigkeit habe, kann man sich erst etwas nehmen wenn man fragt. Aber besonders, beziehungsweise nur, bei den Kindern trifft dieses Verhalten auf Missverständnis.

Für die zwei Kinder die dabei waren auf unserer Tour war es selbstverständlich das wenn ich mir etwas kaufe das sie dann auch etwas davon bekommen. Die zwei haben extra Taschengeld mitbekommen falls sie sich noch etwas zum snacken kaufen wollten.

Ich glaube Kinder hier wissen nicht ganz was Geld bedeutet beziehungsweise was man dafür tun muss. Denn hier heißt Arbeit (das was ich bis jetzt gesehen habe) in einem Schneckentempo in einem Laden Obst und Gemüse verkaufen und währenddessen sich hinten in der Küche sein Mittagessen zu bruzzeln. Natürlich gibt es nicht nur die Verkäufer die sich wenig aus ihrer Zeit machen. Zum Beispiel Marta, hat einen Juraabschluss und ein Lehramtmaster und hat während dem Studium noch gearbeitet. Oder Ronald, der Vater von Kevin der allein ein Restaurant hat und 15 Stunden den ganzen Laden schmeißen muss.

Trotzdem habe ich das Gefühl das ich nur weil ich deutsch bin,  gleich reich bin. Die Menschen hier haben eine sehr hohe Meinung von Deutschland und können sich daher wohl teilweise nicht vorstellen dass ich auch schwer arbeiten muss für Geld.

Aber zurück zu dem heutigen Tag…

Nach einem sehr leckeren Frühstück, Caldo mit Areppas ging das große Waschen los. Tatsächlich 12 Waschgänge liefen heute durch zwei Waschmaschinen. 10 Personen mussten alle Dreckwäsche von 10 Tagen Wäschen. Zudem haben die Klamotten anfangen zu modern da sie einfach nass waren.

Zwischen dem aufhängen und Wäsche in die Waschmaschine tun wurde heute Fisch zum Mittagessen bereitet. Aber nicht wie in Deutschland das man zum nächsten Metzger geht, nein wir sind zum Teich gegangen der oberhalb liegt von der Finca. Dort wurde das Netz ausgeworfen und 20 Fische rausgefischt. Wir alle standen drum rum als die Fische von dem Netz auf den Boden geschmissen wurden. Auf dem Boden gelandet wollte wohl noch so mancher Fisch sich retten und begann ordentlich zu springen aber wir waren alle schneller…

Nachdem ein großer Topf voll war mit Fischen ging es runter zum Waschbrett. Zuerst wuimagerde mit einem Stein  auf den Kopf gehauen sodass sie wirklich Tod sind und dann wurde der Fisch ausgenommen. Nach dem Waschen kamen die Fische in die Küche wo sie mit einer sehr leckeren Marinade eingeschmiert wurden. Anschließend wurden sie gekocht und frittiert. Dazu gab es Maniuk, Reis, Ahi und Salat. Oma machte noch eine leckere Limonade.

 

 Nach gefühlt 10 Stunden war das Essen fertig und es schmeckte einfach köstlich. Nach dem Essen machte ich noch einen Mittagschlaf und dann ging es weiter mit waschen, Sport machen und um 5 Uhr abends auch endlich dann duschen.

Heute Abend gibt es noch Areppas mit Käse die anders gemacht werden sodass sie süß-sauer schmecken. Leider ist das Bier leer weshalb die Jungs schon anfangen zu drippeln. Morgen gehen wir nach San Gil und da kann Kevin endlich wieder seinen Durst löschen. Nach dem Essen wird wieder viel geredet und gelachtJ

Vielleicht planen wir nach dem Essen, die nächste Hochzeit. Mof hat Vane endlich einen Antrag gemacht. Hätte er noch länger gewartet wäre Vane wohl selbst in die Knie gegangen. Ich habe leider ganz vergessen das zu berichten, da es für mich auch keine Überraschung war. Ich habe den Ring durch gefühlt halb Kolumbien gefahren. Wir freuen uns trotzdem alle sehr. Denn bei der Reise merke ich mehr und mehr wie die zwei wirklich zusammen passen. Mof ist total verwöhnt was Essen, Matratzen, Busse und Bier angeht. Und Vane braucht einen Mann den sie von vorne bis hinten verwöhnen kann. Und jetzt beginnt natürlich schon die Organisation…

Ach und bevor ich es schon wieder vergesse:

Vielen Dank das ihr alle so fleißig meinen Blog liest. Es ist immer schön zu sehen, dass sich die Arbeit und Zeit lohnt und tatsächliches Interesse da ist. Liebe Grüße nach Deutschland

 

2 Kommentare 18.8.17 05:26, kommentieren